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Bücher, kurz vorgestellt

Erschienen in: Fotogeschichte, Heft 145, 2017

  • Sabine Schulze, Esther Ruelfs (Hg.): ReVision. Fotografie im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Göttingen: Steidl, 2016, 392 S., 28 x 23 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, gebunden, 48 Euro

Das Durchlüften alter Fotosammlungen tut diesen meist gut. Dann wird innegehalten, um die die Bestände neu zu sichten und zu bewerten. Diese überprüfende Arbeit an einer Objektsammlung nennt man in anderen Zusammenhängen Inventur. Im vorliegenden Falle wurde sie – sinnigerweise, da wir es mit Bildern zu tun haben – ReVision genannt. Durchlüftet werden Archive oft dann, wenn ein neuer, frischer Blick von außen in die alten Gemäuer eindringt, etwa in Gestalt eines neuen Kurators/einer neuen Kuratorin. Genau das ist der Fotosammlung dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe widerfahren. 2012 wurde die erfahrene Kuratorin und Fotohistorikerin Esther Ruelfs zur neuen Sammlungsleiterin für den Bereich Fotografie berufen. Und sie ging alsbald daran, die umfangreichen, teilweise kaum einer größeren Öffentlichkeit bekannten Bestände zu durchforsten und die gefundenen Schätze zu heben. Der vorliegende, hervorragend gedruckte und gestaltete Sammlungsband zeigt querschnittartig einen Einblick in diese Schatzkiste. Weit davon entfernt nur aufzulisten und zu beschreiben, ist der Katalog, der anlässlich der Eröffnung des neuen, mit Mitteln der Hermann Reemtsma-Stiftung errichteten neuen Sammlungsdepots (mit angeschlossenem Studiensaal) erscheint, ein wunderbares und überaus sichtbares Schaufester in die traditionsreiche Fotosammlung. Renommierte Autorinnen und Autoren (u. a. Luce Lebart, Corey Keller, Sven Schumacher, Cathrin Hauswald, Michel Poivert, Steffen Siegel, Bernd Stiegler, Kathrin Peters, Madoka Yuki, Roger M. Buergel) wurden gewonnen, einzelne thematische Bestände kenntnisreich in die Fotogeschichte einzuordnen. Das Ergebnis, das ebenfalls mit privaten Stiftermitteln realisiert wurde, kann sich sehen lassen. Ein Sammlungskatalog, den man gern in die Hand nimmt und der der Hamburger Fotosammlung mit einem Schlag mehr Gewicht verleiht.

  • Jürgen Danyel, Gerhard Paul, Annette Vowinckel (Hg.): Arbeit am Bild. Visual History als Praxis, Göttingen: Wallstein Verlag, 2017, 240 S., 22 x 14,5 cm, zahlreiche Abb. in S/W, gebunden mit SU, 58 Euro

In Michelangelo Antonionis berühmtem Film Blow up (1966) gibt es eine Szene, in der der Protagonist David Hamming ein Foto mit einer Lupe betrachtet. Dieses detektivische Bild ist dem vorliegenden Buch am Umschlag vorangestellt und gibt somit die inhaltliche Richtung vor. Der Sammelband bündelt Studien zum bildlichen Spurenlesen. Die Textsammlung will zwar nicht als praktische Anleitungen der Visual History verstanden werden, sehr wohl aber als „Best-Practice-Beispiele, die das Potenzial historischer Forschung am Bild ebenso ausloten wie Fallstricke und Klippen“, so der Klappentext. Die Beiträge umfassen ein breites Themenspektrum, das von Kartenbildern über Plakate und die – überproportional vertretene – Fotografie im Nationalsozialismus bis hin zur Sportfotografie reicht. Ein einleitender Essay von Gerhard Paul führt in die Thematik ein und bestätigt, was die Herausgeber in der Einleitung konstatieren, nämlich, dass die Visual History inzwischen „längst die Außenseiterposition verlassen hat, in der sie sich bis 2006 befunden hat“. Die Qualität und die Bedeutung der hier versammelten Texte ist höchst unterschiedlich. Während einige Beiträge angereicherte Auskoppelungen größerer bereits bekannter Forschungsarbeiten sind, gibt es auch etliche neue Texte. Interessant sind vor allem jene Studien, die die methodischen und theoretischen Zugänge offen legen. Schade ist, dass die Abbildungen im Band fast durchweg flau und kontrastlos sind. Vor diesem Hintergrund muten die Überlegungen Christoph Hamanns zu „unscharfen“ Bildern, illustriert mit einem undatierten, verschwommenen Foto von Ernst Volland, merkwürdig an. Denn dieses Bild unterscheidet sich nur graduell von manchen „scharfen“, aber missglückt gedruckten, Abbildungen, etwa dem Atompilz über Hiroshima.

  • Monika Faber, Martin Keckeis (Hg.): Bildpolitik der Ingenieure. Fotokampagnen der k. k. privilegierten österreichischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft 1855– 1879, Wien: Photoinstitut Bonartes, Salzburg: Fotohof edition, 2016, 112 S., 21,5 x 21 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, kartoniert, 12,50 Euro

Oft macht eine radikale Blickverschiebung den Unterschied: Man kann technische Objekte wie Lokomotiven, Maschinen, Brückenbauten oder Viadukte aus dem 19. Jahrhundert mit dem Staunen des Laien betrachten und die Detailgenauigkeit der Abbildung bewundern. Man kann diese Bilder aber auch aus einem ökonomischen Blickwinkel betrachten und fragen, wer damals als Auftraggeber fungierte, welche wirtschaftliche Rolle diese Bilder spielten und wer sie zu Gesicht bekommen sollte. Solche Fragen werden in der herkömmlichen Fotogeschichte allzu selten gestellt, denn der kunsthistorisch orientierte Blick auf das Medium verstellte lange Zeit den Blick auf die wirtschaftlichen Implikationen der Fotografie. Martin Keckeis, ein ausgebildeter Volkswirt und zugleich Fotohistoriker, kommt in seiner Lektüre und Interpretation der Fotoalben der k. k. privilegierten österreichischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft zu erstaunlichen und hochinteressanten Einsichten, gerade, weil er die historischen Bilder wirtschaftsgeschichtlich deutet. Das Untersuchungsmaterial: Fotoalben, die zwischen 1855 und 1879 im südöstlichen Teil der k.u.k. Monarchie entstanden, und zwar anlässlich des Baus neuer Eisenbahnlinien in den Banat, einer damals bedeutenden europäiscn Bergbauregion. Der Auftraggeber: Ein österreichisches, aber weitgehend unter französischer Aktienkontrolle stehendes Unternehmen. Die Fotografen: österreichische und ungarische Lichtbildner (Andreas Groll, Gustav Jägermayer, Anton Rohrbach, Hermann Voigtländer, Lázár Letzter u.a.) , die oft monatelang entlang der Baustellen unterwegs waren. Das Ergebnis: eine spannende Recherche aus der Frühzeit der Fotografie, die einen ungewohnten Blick auf die Technikgeschichte wirft.

  • Florian Ebner, Felix Hoffmann, Inka Schube, Thomas Weski (Hg.): Werkstatt für Photographie 1976–1986, Berlin, Essen, Hannover, Köln: Buchhandlung Walther König, 2016, 392 S., 26,5 x 24 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, gebunden, 39,80 Euro

Wenn Fotoinstitutionen miteinander kooperieren, kommen gelegentlich erstaunliche und ganz hervorragende Ergebnisse zustande. Das ist der Fall bei einem Ausstellungsprojekt, das Ende 2016 und Anfang 2017 parallel in Berlin, Essen und Hannover stattfand. Die beteiligten Institutionen, C/O Berlin, Museum Folkwang und das Sprengel Museum Hannover, erarbeiteten drei eng miteinander verbundene, aber thematisch unterschiedliche gewichtete Ausstellungen und einen gemeinsamen Katalog. Das Thema: die „Werkstatt für Photographie“, die 1976 in der Volkshochschule Berlin-Kreuzberg gegründet wurde und die eine wichtige, in der breiten Öffentlichkeit bisher zu wenig beachtete Rolle in der Entwicklung der künstlerischen Fotografie in Deutschland spielte. Schrittmacher der „Werkstatt“ war über lange Jahre der Fotograf Michael Schmidt (1945–2014). Nach dessen Tod wurde sein fotografischer Nachlass in eine Stiftung in Hannover eingebracht und bearbeitet, Leiter der Einrichtung ist der Kurator Thomas Weski, der auch die Idee des gemeinsamen Ausstellungsprojektes hatte. „Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass erst Mitte der 1970er Jahre überhaupt eine Infrastruktur für künstlerische Fotografie in Deutschland entstand“, sagte Weski 2015 in einem Interview über die „Werkstatt“ (Fotogeschichte, Heft 137, 2015). „In den Museen war die Fotografie noch nicht wie heute als gleichberechtigte künstlerische Ausdrucksform akzeptiert und kein einziges Kunstmuseum verfügte über eine fotografische Sammlung. In der fotografischen Ausbildung dominierte an den Fachhochschulen ein technisches Verständnis. Das war 1976 die Ausgangssituation, als die „Werkstatt für Photographie“ von dem Berliner Fotografen Michael Schmidt gegründet wurde und zeitgleich Bernd Becher mit seiner Klasse in der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf begann.“

  • Michael Gasser, Nicole Graf: Walter Mittelholzer revisited (engl./dt.), Zürich: ETH-Bibliothek, Verlag Scheidegger & Spiess, 2017, 192 S., 26,5 x 20,5 cm, gebunden, 58 Euro

 An die drei Millionen Bilder umfasst die Fotosammlung der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Naturgemäß bildet die Wissenschafts- und Technikgeschichte einen großen Schwerpunkt, aber auch zahlreiche andere Themen sind in dem Archiv vertreten, dessen Schätze auch online (http://ba.e-pics.ethz.ch) recherchierbar sind. Um die Bestände einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde 2011 die Buchreihe „Bilderwelten. Fotografien aus dem Bildarchiv der ETH-Bibliothek“ gegründet, in der bisher sechs Publikationen erschienen sind, u.a. zum Bildarchiv der Swissair, zur Fotoagentur Comet Photo sowie zum Thema Bildpostkarten. Der neue, ausgezeichnet gestaltete und sorgfältig recherchierte Band beschäftigt sich mit einem Schweizer Star der Luftfahrt-, Reise- und Expeditionsfotografie, Walter Mittelholzer (1894–1937), der in den Jahren um 1930 international überaus bekannt war. Dessen rund 18.500 Bilder umfassender Fotonachlass kam zwischen 2009 und 2012 ins ETH-Archiv und ist inzwischen komplett aufgearbeitet. Wesentliche Kontextinformationen stammen von freiwilligen Mitarbeitern, die mittels „Crowdsourcing“ lückenhafte Informationen ergänzten oder bereitstellten. Dank der Open-Data-Politik der ETH ist das gesamte Mittelholzer-Fotoarchiv zur Gänze in hoher Auflösung gemeinfrei zugänglich, da die Urheberrechte inzwischen erloschen sind. Im Mittelpunkt der vorliegenden Publikation stehen die Aufsehen erregenden Auslandsflüge Mittelholzers, etwa die Reisen nach Teheran (1924/25), nach Kapstadt (1926/27) oder nach Addis Abeba (1934). Die sehr gute Einleitung zum Band stammt vom Historiker Kaspar Surber, der nicht nur die Bilder kontextualisiert, sondern auch detailreich und anschaulich die Medienstrategie des erfolgreichen Journalisten, Fotografen und Filmemachers nachzeichnet.

  • Markus Schürpf: Johann Schär: Dorffotograf, Gondiswil 1855-1938, Zürich: Limmat Verlag, 2017, 176 S., 26, 18,5 cm, zahlreiche Abb. in S/W, gebunden, 48 Euro

Ein Vater im dunklen Anzug und Hut in einem einfach eingerichteten Fotoatelier. Auf seinem Schoß sitzt ein ganz in weiß gekleidetes Baby.  Aufgenommen wurde das Foto um 1920. Ein junger Motorradfahrer, stolz auf seiner Maschine posierend, aufgenommen in einem Wald, um 1925. Eine gelähmte Frau in einem einfachen hölzernen Rollbett liegend, den Blick auf den Fotografen gerichtet, ein Buch in der Hand, aufgenommen um 1920. Bilder wie diese sprechen den Betrachter auf eine eindringliche Weise unmittelbar an. Sie erzeugen einen visuellen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Wer ist der Fotograf dieser Bilder? Ein wunderbar gestalteter und hervorragend gedruckter Band aus der Feder des Berner Fotohistorikers Markus Schürpf lichtet den Schleier und porträtiert einen bislang kaum bekannten Schweizer Dorffotografen namens Johann Schär, der es verdient, einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Der Autor bringt diesen Lichtbildner, dessen erste erhaltene Fotos aus den 1910er Jahren und die letzten aus den frühen 1930ern stammen, in eine Linie mit ebenfalls wiederentdeckten Schweizer Fotografen wie Roberto Donetta, Arthur Zeller und Ernst Hiltbrunner. Ihre heutige fotogeschichtliche Bedeutung als Chronisten einer inzwischen untergegangenen ländlichen Welt reicht weit über den engen regionalen Raum hinaus, in dem sie tätig waren. Ihre Bildwelt verdient es, als genuiner Beitrag der Fotogeschichte anerkannt zu werden. Als der rund 200 Fotoschachteln umfassende Bestand aus Glasnegativen Ende der 1970er Jahre wiederentdeckt wurden, erahnte noch niemand den fotohistorischen Wert dieser Sammlung. Inzwischen sind die Bilder konserviert, erschlossen und digitalisiert und im Staatsarchiv des Kantons Berns sicher aufbewahrt. Das gut ausgestattete Fotobuch erschien anlässlich einer Ausstellung im Kunsthaus Langenthal.

  • Ilka Becker u.a. (Hg.): Fotografisches Handeln. Das fotografische Dispositiv, Bd. 1, Kromsdorf/Weimar: Jonas Verlag, 2016, 268 S., 25 x 20 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, kartoniert, 30 Euro; Victoria von Fleming u.a. (Hg.): (Post)Fotografisches Archivieren. Wandel, Macht, Geschichte. Das fotografische Dispositiv, Bd. 2, Kromsdorf/Weimar: Jonas Verlag, 2016, 236 S., 25 x 20 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, kartoniert, 30 Euro; Katharina Sykora u.a. (Hg.): Valenzen fotografischen Zeigens. Das fotografische Dispositiv, Bd. 2, Kromsdorf/Weimar: Jonas Verlag, 2016, 312 S., 25 x 20 cm, zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, kartoniert, 30 Euro

Seit 2013 ist die Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig ein überregional vielbeachtetes Zentrum der Fotogeschichte und -theorie. In diesem Jahr starte nämlich das von der Kunsthistorikerin und Fototheoretikerin Katharina Sykora initiierte und geleitete Graduiertenkolleg „Das fotografische Dispositiv“. Das Programm, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt wird, bietet 12 Promovierenden dreijährige Vollstipendien an. Zusammen mit weiteren assoziierten Doktorandinnen und Doktoranden nehmen diese an einem hochkarätigem Studienprogramm teil. Es besteht aus regelmäßigen Kolloquien, einem umfangreichen Vortragsprogramm, wissenschaftlichen Veranstaltungen und praxisorientierten Projekten. Darüber hinaus sind auch Exkursionen zu Fotoinstitutionen, Fotoarchiven und Ausstellungen im In- und Ausland vorgesehen. Durchgeführt wird das Studienprogramm von Lehrenden der HBK Braunschweig aus Kunst- und Medienwissenschaften, der Freien Kunst und des Designs, unterstützt von Leitern benachbarter Ausstellungseinrichtungen und Sammlungen wie dem Kunstmuseum Wolfsburg und dem Sprengel Museum Hannover. Mittlerweile ist der erste dreijährige Ausbildungszyklus abgeschlossen, seit 2016 ist eine neuer im Gang. Ergebnisse des Forschungsschwerpunkts sind bereits sichtbar. Etwa in der inzwischen auf drei Bände angewachsenen Schriftenreihe „Das fotografische Dispositiv“, die Arbeiten der Studierenden mit den Arbeiten renommierter internationaler Fotowissenschaftler/innen in Verbindung bringt.

  • Marina Widmer, Giuliano Alghisi, Fausto Tisato, Rolando Ferrarese (Hg.): Grazie a voi! Ricordi e Stima. Fotografien zur italienischen Migration in der Schweiz, Zürich: Limmat Verlag, 2016, 239 S., 27 x 20,5 cm. Zahlreiche Abb. in Farbe und S/W, gebunden, 58 Euro

Migranten, die in der Ankunftsgesellschaft integriert werden wollen, tendieren dazu, ihre Herkunftsgeschichten zu überschreiben. Sie hängen die ferne Heimat nicht an die große Glocke. Das hat schlicht pragmatische Gründe, da sie mit dem Fuß Fassen beschäftigt sind. Es hat aber auch mit der häufigen Geringschätzung der Herkunftskultur zu tun, die nicht dazu einlädt, diese offensiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. In der Gegenwart lässt sich das am Beispiel der angekommenen Flüchtlinge sehr gut zeigen. Aber auch in der Vergangenheit war das nicht anders. Die Folge ist, dass fotografische Dokumente von Migranten vor allem in privaten Kontexten aufbewahrt werden und es intensiver Rechercheprozesse bedarf, um diese sichtbar und lesbar zu machen. Im Jahr 2013 startete das Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz in St. Gallen eine derartige Oral History-Recherche zur italienischen Migration nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben autobiografischen Erinnerungen förderte das Projekt auch zahlreiche Fotodokumente ans Tageslicht. Diese wurden 2016 in der Ausstellung „Ricordi e Stima. Fotografie und Oral History zur italienischen Emigration nach dem Zweiten Weltkrieg in der Schweiz“ im Historischen und Völkerkunde Museum in St. Gallen präsentiert. Aus dieser Schau wiederum ist der vorliegende Katalog hervorgegangen, der einen visuellen Überblick über die italienische Einwanderung in die Schweiz von 1945 bis in die 1980er Jahre liefert. Gegliedert in lebensweltliche Stichworte, die von „Arbeit“ über „Familie“, „Ferien“ bis hin zu „Politik“ reichen, und eingeleitet jeweils durch eine thematische Einführung, ermöglicht der Band einen faszinierenden Einblick in eine Sprachgemeinschaft und Kultur, die sukzessive in jener des Schweizerischen Gastlandes aufgegangen ist.

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